Halbzeit des Wahnsinns

06/29/2019

Ok, ok, ok. Juni vorbei - Halbzeit. 

Was ist alles passiert. Betty artet in wohlrhythmisierter Arbeit aus, die Produktion am "Laufenden Band" ohne Rudi Carrell aber mit Falk Stirkat als Co-Ordinator und harter Prüfer der Prüflinge. Pitch, Treatment und Drehbuch gleiten durch unsere digitalen Finger und wir sind uns sicher, erfolgversprechend. Wir werden sehen und zwar im kommenden Jahr, wenn die von uns beratenen Folgen ausgestrahlt werden. 

Dann haben wir noch den Bergdoktor, der wieder dreht und bei 35 Grad in der Sonne hochalpin Schwindel & Co behandelt wie ein rohes Ei, um es zu einem guten Ende zu führen. Die ersten medizinischen Fälle dieses Jahr sind, sagen wir, etwas "kopflastig" und in der üblichen Dramaturgie auch unvorhersehbar gewendet und gedreht. Als Arzt spüre ich schon ab und an etwas Mitleid mit den schamlos zu quälenden Episodenfiguren. Als Arzt muss ich an dieser Stelle tatsächlich etwas sadistisch sein... aber nicht ohne Empathie. Gruber wird sie alle retten, fast. Oder? Wer weiß es schon. Also gucken. 

Dann zuckt es in der Eifel wieder, es geht weiter. Mal sehen. Ebenso. 

Geheimsache neue Arztserien sind genau dies. Auch hier mal sehen, was wird und was nicht. Da bin ich voller guter Hoffnung und hohen Erwartungen. 

In eigener Sache habe ich mich mit Freund und Autor-Kollege Dr. Filipp Goldscheider ans Storytelling gewagt und einen Filmstoff in der Münchner Filmwerkstatt im Stoff.Lab entwickelt. Jetzt treiben wir die Story voran. Dranbleiben! Titel: Die Nachfolgerin. Der Reader ist beim Stoff.Lab online. Gut. Weiter. 

DocPod TV, das verrückte Duo Doc Falk und Doc Pablo sind wieder unterwegs, diesmal im Kifferland Niederlande und werden dort ihr blaues Wunder erleben, gedreht wird ab 01. Juli 2019. Wir drehen auch zu Themen Ernährung und einer schweren neurologischen Erkrankung. Details dann, wenn im Herbst, so alle wollen, die Show ausgestrahlt wird. Da war schon viel Gutes dabei!, sagt Knippi der Regisseur. Was soviel heißt wie: Was fürn Scheiß quatscht ihr da zusammen und wie bekomme ich das nur im Schneideraum so hin, dass da ne einigermaßen dramaturgisch logische Story daraus wird. Wir bessern uns. Jetzt mit teils geskripteten Dialogen, damit wir schon mal wissen, was wir sagen wollen. Zweiter geiler Effekt: die Selbstsicherheit vor den surrenden TV-Kameras nimmt zu. Nimm dies! Ich quatsch dich voll, bis du nicht mehr kannst! Problem: Das Selbe dann zehnmal wiederholen aus vier verschiedenen Perspektiven... Da hilft zwar das Mediziner-Gehirn, das, als es jung war, gut auswendiglernen konnte... aber jünger wird man ja auch nicht. So. Was noch. 

Networking auf dem Münchner Filmfest. Preis abgeräumt. Regie in einem hybriden Psycho-halb-dokumentar-halb-fiktionalisierten Kurzfilm führte HFF (noch) Studentin Lisa Voelter. Und natürlich wurde die Szene mit Psychiatrie-Gesundheitspfleger Christian Derdey gezeigt, der dafür echt n Nachwuchspreis allein hätte abräumen müssen. So glaubhaft. So echt. So schonungslos. Der Film soll seine große Reise antreten. Mit dabei Psychiatrie-Gesundheitspfleger Corinna Coxi Horn, die uns treu am Bergdoktor-Set auch unterstützt als gelernte Sanitäterin und - hüstle - meine Wenigkeit, der ich mich selbst spielte und - nuja - die Grauzonen der psychiatrischen Realität ansprach... 

Bisweilen hielt ich selbst noch 2 Seminare zu Störung der Psyche und der Persönlichkeit für Filmschaffende und in erlesenem Kreise vor der katholischen Akademie, vor Ethikern und Theologen, ja fantastisch kann ich sagen. Hier die wissenschaftliche Reihe der Tagung. »Fragen von Leben und Tod« Medizin und Ethik im Film, ein Symposion der Internationalen Forschungsgruppe »Film und Theologie«. Wow! Großes Kino, das war im Juni. Mein Vortrag erscheint dann im Tagungsband im Schüren-Verlag.

Jut. Jetzt geht es weiter. Ein Skript zum Thema Psyche und Charakterentwicklung resultierte auch aus den laufenden Seminaren. Ich werde das noch verfeinern. Liegt schon bei einem Verlag im Eingangslektorat, aber hey, wenn die nicht wollen dann wer anderes. Das Thema ist so wichtig, wenn Charakter nicht stimmt, dann stimmt halt auch nix. Dafür kämpfe ich. Denn psychologischer und dramaturgischer Konflikt sind baugleich, werden fiktiv-dramatisiert halt nur a bissl anders gelöst. Darum geht es mir in einem guten Film.

Okay. Puh. Warm. Ende.